Bisher kannten wir nur Reaktionen mit Sauerstoff (Oxidationen) wie zum Beispiel:
Wortreaktionsschema:
Magnesium + Sauerstoff → Magnesiumoxid / exotherm
oder:
Eisen + Sauerstoff → Eisenoxid / exotherm
Stickstoff ist reaktionsträge (inert) und reagiert mit anderen Stoffen erst unter besonderen Umständen.
Verbrennt man Magnesium in einem geschlossenen Gefäß, so reagiert das Magnesium nach Verbrauch des Sauerstoffsmit dem Stickstoff der Luft weiter. Es entsteht eine grünlich-graue Masse: Magnesiumnitrid.
Bei sehr hohen Temperaturen, wie z.B. im Brennraum eines Benzinmotors, reagiert der sonst so reaktionsträge Stickstoff mit Sauerstoff. Autoabgabe enthalten Stickstoffoxide, umgangssprachlich auch Stickoxide genannt.
Flüssiger Stickstoff (-196°C) verändert die Eigenschaften von Stoffen bzw. Gegenstände:
Eine Rose, ein Gummischlauch oder eine Banane werden in flüssigem Stickstoff brüchig: Man kann diese Materialien dann zerschlagen. Man kann mit der stickstoffgekühlten Banane sogar einen Nagel in ein Holzbrett schlagen.
Bei einer Glocke oder einer Stimmgabel verändert sich der Klang.
Ein Flummi springt nicht mehr.
Tropfen springen bzw. "tanzen" auf heißen Oberflächen (Leidenfrost-Effekt) wenn der Temperaturunterschied sehr groß ist, da sich ein Dampfpolster bildet.
Wassertropfen auf einer heißen Herdplatte
Flüssiger Stickstoff auf dem Fußboden (Zimmertemperatur) oder auf heißem Wasser
Ein anderer sehr spektakulärer Effekt ist das ''Laufen über glühende Kohlen''. Auch hier schützt der Leidenfrost-Effekt unter anderem vor Verbrennungen.
Verwendung von flüssigem Stickstoff
In der Medizin zur Entfernung von Warzen
In der Lebensmittelindustrie. Durch Schockgefrieren mit flüssigem Stickstoff bleiben die Aromastoffe in den Zellen. Küchenkräuter können problemlos zerkleinert werden.
Der Transport von Gasen ist im flüssigen Zustand effizienter, da sich beim Verflüssigen das Volumen der Gase auf ungefähr ein Achthundertstel verringert.